Sonntag, 16. Januar 2011

Hallenturnier auf Sand: Auch St. Pauli hat schon angefragt

Ein Fußball-Hallenturnier auf Sandboden - dieses Konzept wurde am 8. Januar gut vom Publikum angenommen. Rund 800 Besucher kamen in die RTC-Halle in Timmel. Zehn ostfriesische Mannschaften hatten am Wintercup teilgenommen. Am Ende setzte sich erwartungsgemäß Kickers Emden durch. Im Finale besiegte der Oberligist Frisia Loga nach Neunmeterschießen.
Nach der erfolgreichen Veranstaltung wurden Stimmen laut, das Turnier in Zukunft noch größer aufzuziehen. „Es wäre reizvoll, wenn auch Mannschaften wie der VfB Oldenburg, BV Veendam oder Werder Bremen II an den Start gehen“, sagt Reiner Bruns, sportlicher Leiter des BSV Kickers Emden. Keine unrealistische Vorstellung. „Es lagen dieses Mal
bereits Anfragen vom VfB Oldenburg, SV Wilhelmshaven, SV Meppen und von der zweiten Mannschaft des FC St. Pauli vor“, bestätigt Guido Kalle, Mitorganisator des Wintercups. Die Anfragen seien aber zu kurzfristig eingetroffen. „Die Idee für das Herrenturnier entstand eher spontan. Die ursprünglichen Planungen sahen nur das Frauenturnier vor. Daher haben wir das Herrenturnier erstmal auf ostfriesische Mannschaften beschränkt, um zu sehen, wie es angenommen wird“, so Kalle.

Turnier mit Signalwirkung?

Ob beim Wintercup für Herrenmannschaften künftig überregionale Größen an den Start gehen, hängt auch vom Erfolg des Frauenturniers ab, das am 22. Januar um 15 Uhr beginnt. „Hier starten mit dem SuS Timmel und der Ostfriesland-Auswahl nur zwei ostfriesische Teams. Die anderen Mannschaften werden nicht so viele Fans mitbringen, sind aber aufgrund ihrer Bekanntheit große Zugpferde. Wenn die Zuschauer dieses Konzept annehmen, dann ist das natürlich auch ein Signal für das Herrenturnier.“
Bei den Frauen starten unter anderem Turbine Potsdam, der HSV, Werder Bremen und St. Pauli. Bisher seien im Vorverkauf etwa 250 Karten für das Turnier verkauft worden. Egal in welcher Form – Guido Kalle ist sich sicher, dass sowohl das Herren- als auch das Frauenturnier wieder stattfinden werden: „Der Boden in der Halle ist super bespielbar. Das Sand-Papier-Gemisch hat sich bewährt. In dieser Jahreszeit gibt es nirgendwo bessere Voraussetzungen. Das hat sich bei den Vereinen herumgesprochen.“
Die Aktiven zeigten sich nach dem Herrenturnier begeistert. „Der Ball läuft nicht so schnell wie auf einem normalen Hallenboden oder einem guten Rasenplatz, aber trotzdem kann man gut kombinieren“, sagt Timo Lindemann, Spieler von TuRa 07 Westrhauderfehn.
Zudem wurde vor allem die geringere Verletzungsgefahr gelobt. „Der Belag ist gelenkschonender als ein normaler Hallenboden“, so Lindemann. Helge Schmidt vom VfL Germania Leer stimmt zu: „Man schürft sich die Beine nicht auf. Außerdem ist das Risiko des Umknickens nicht so groß.“

Was kann besser werden?

Verbesserungsvorschläge gab es von mehreren Seiten. Reiner Bruns und Timo Lindemann sind sich einig, dass das Spielfeld kleiner werden muss. „Es war im Verhältnis zur Breite der Halle zu lang. Mit einem kürzeren Feld wird es für die Zuschauer auch noch interessanter, da es mehr Torszenen geben würde“, erklärt Lindemann. Die Kritik ist bei den Organisatoren angekommen. „Beim Frauenturnier wird das Feld etwa acht bis zehn Meter kürzer“, sagt Guido Kalle. Statt sechs Feldspielern und Torwart wie bei den Männern gibt es am 22. Januar nur fünf Spielerinnen plus Torhüterin.

Panorama-Foto - enstanden während des Wintercups am 8. Januar im RTC Timmel

Keine Kommentare:

Kommentar posten