Freitag, 29. Juli 2011

"Heirat" der Fußballkreise: Traut sich der Kreis Leer? Fußballkreis Leer-Emden ist wahrscheinlich

Johann Schön
Kommt der Fußballkreis Leer-Emden? Mittelfristig dürfte die Antwort „ja“ lauten. In der „DFB-Kommission Verbandsstruktur“ wurden Grundlagen erarbeitet, wie die Fußballkreise künftig aufgestellt sein müssen, um einen reibungslosen Spielbetrieb in allen Altersklassen zu gewährleisten. Mindestens 600 Mannschaften pro Fußballkreis werden gefordert. Eine Zahl, die der Fußballkreis Leer nicht erreicht. In der vergangenen Saison waren es 493 Mannschaften (119 Herrenteams, 301 Jugendmannschaften, 73 Frauenfußball- und Juniorinnenteams). Damit ist der Kreis Leer im landesweiten Vergleich ordentlich aufgestellt. Insbesondere kleinere Kreise weisen deutlich weniger Teams auf (Emden 128, Wittmund 141). „Der demografische Wandel wird aber dafür sorgen, dass wir künftig weniger Spieler und Mannschaften haben“, sagt Johann Schön, Vorsitzender des Fußballkreises Leer. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) wird auf lange Sicht Lösungen fordern - oder sogar erzwingen.

„Besser selbst Gedanken machen“

„Aus unserer Sicht ist es besser, sich selbst Gedanken zu machen als irgendwann eingeteilt zu werden“, sagt Antjo Smeins, Spielausschuss-Vorsitzender im Fußballkreis Leer.
Johann Schön bestätigt, dass es intern bereits Vorgespräche gegeben habe. Auch bei den Staffeltagen der Kreisligen und Kreisklassen wurde die Frage über künftige Zusammenlegungen mit anderen Fußballkreisen erörtert. „Wir wollen die Vereine frühzeitig in die Diskussion einbinden“, so Schön.
Andernorts ist man schon weiter. Goslar, Salzgitter und Wolfenbüttel schließen sich zum Fußballkreis Nordharz zusammen. Auch die Fußballkreise Oldenburg-Land und Delmenhorst fusionieren.
Einer Entwicklung, der sich auch der Fußballkreis Leer nicht grundsätzlich verschließen möchte: „Auf Schiedsrichter-Ebene kooperieren wir schon mit anderen Kreisen“, sagt Johann Schön.
Festlegen, welche Kooperation oder gar Fusion es künftig geben könnte, will sich der Kreisvorsitzende nicht.

Zwei Kreise in Ostfriesland denkbar

Denkbar sind mittelfristig in Ostfriesland aber die Fußballkreise Leer-Emden und Aurich-Wittmund. 
Damit würde sich auch die Leistungsdichte in den Kreisligen erhöhen. Denn statt derzeit drei ostfriesischer Kreisligen (Leer, Aurich-Wittmund, Aurich-Emden) gäbe es nur noch zwei. Dann wären durch die höhere Leistungsstärke vielleicht die Aufsteiger besser gerüstet für die Bezirksliga. Dort hatten sich die Kreisliga-Meister in den vergangenen Jahren oft schwer getan.
„Noch haben wir Zeit. Der NFV hat die Reform bis zum Jahr 2014 auf Eis gelegt“, beruhigt Johann Schön. „Trotzdem ist es wichtig, das Thema bereits jetzt anzusprechen.“

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